Kapitel 2 - Identitätsportrait

Die Methodik zur Identitätsanalyse.

Das Identitätsporträt des Wallis ist nach einer strukturierten Methodik erstellt worden. Ihre Zuverlässigkeit beruht auf einer rigorosen Recherche:

 - rationelle Auswertung der Daten über den Kanton (Bücher, Abhandlungen, Romane, Erzählungen, Prospekte, Broschüren, Filme, Internet usw.).

 - aktive Zusammenarbeit mit mehr als 100 Walliser Experten (Historiker, Soziologen, Semiologen, Landschaftsarchitekten, Koloristen, Architekten, Ethnologen, Geologen, Biologen u.a), die in Gruppen oder individuell befragt worden sind.

 - intensive Besichtigung des Kantons, welche durch Treffen und Dialoge mit Einheimischen untermalt worden sind.


Die Recherche basiert auf einem ebenso strengen und systematischen Bewertungsverfahren:

Alle Informationsquellen wurden mehrfach überprüft, um sich der Realität des Wallis so wirklichkeitsnah und genau wie möglich anzunähern.

Ein erster Entwurf der Studie wurde von Experten revidiert, die sich für den Inhalt verantwortlich gezeichnet hatten.

Jede Information und jede Schlussfolgerung, die im Identitätsporträt des Wallis aufgeführt ist, wurde vom Direktionsausschuss des Vereins Marke Wallis für relevant erklärt.

Die Zusammenfassung der Walliser Identität.

Zusammenfassend enthüllt die Walliser Identität, dass unser Kanton eine Art «kleine Welt» für sich ist.

1. Eine «Welt für sich»…

Wir haben das Privileg, einem ursprünglichen Land anzugehören, einer Welt für sich, die ein zusammenhängendes Ganzes bildet. Das Land hat uns ein lebendiges Geschichtserbe hinterlassen; durchdringt unsere Existenz mit seinem Licht, seinem Klima, seinen Landschaften; mit seiner schier unglaublichen Vielfalt an Fauna und Flora; mit seiner grosszügigen Fülle an traditionellen Produkten; mit seinen Sagen und Legenden, die in unseren Familien seit Generationen weitererzählt werden. All diesen Reichtum tragen wir in uns, in den Eigenarten unserer Charakterzüge, in den kleinsten Gesten unserer täglichen Handlungen, gleich einer Begabung. Ein Geschenk, das verpflichtet und zu dem Sorge getragen werden muss.

2. Eine alpine «Gebirgsinsel», paradiesisch und zugänglich

Das Wallis wird von namhaften Schriftstellern mit einer Insel verglichen, manchmal sogar als ein «Archipel» bezeichnet.

Das Bild «der Insel» verweist uns auf «den paradiesischen» Aspekt des Wallis: Klima, Natur, Lebenskunst, Tourismus. Kontrastreiche Täler, belebt von reinen Gewässern, blühenden Obstbäumen und Weinbergen, prächtig an den Hängen liegend. Das Wallis ist ein Nährboden, schöpferisch und unerschöpflich. Zur grossen Freude seiner Bewohner.

Aber das Wallis ist auch eine zugängliche Insel, die der Besucher mühelos aufsuchen kann; seine Strassen sind längst trassiert, seine Berge scheinen zuvorkommend zurückzutreten, um seine Gäste gebührend zu empfangen. Das Wallis flirtet seit jeher mit Frankreich und Italien; und die Rhone, sich keinen Deut um Grenzen scherend, hat ihren Quell im Wallis.

Bereichert von diesen Kontrasten hat sich der Kanton der Welt des Handels zugewandt (Elektrizität, Metallurgie, pharmazeutische Industrie, Weine und landwirtschaftliche Erzeugnisse usw.) ; sein Ruf hat sich längst über Berge und Meere kundgemacht, Walliser Künstler brillieren von einem zum anderen Ende der Welt und insbesondere in Europa, das schon immer teilhaben wollte an unserer Geschichte.

3. Das «Heimat-Land»

Wir leben an der Quelle der Alpen, am Fusse von Berghängen, die nach Italien und Frankreich oder in andere Schweizer Kantone ausklingen. Die Geologie bestätigt dies, indem sie diesen Kanton zum Schmelztiegel der Entstehung der Alpen macht, mit dem Aufeinandertreffen der Adriatischen Mikroplatte, der Ozeanischen Platte und der Europäischen Platte.

All diese Kräfte haben die erhabensten Alpenmassive empor gehoben, gleich dem Keimen unserer wilden und intakten Natur im puren Licht.

Gäste aller Altersklassen, die zu uns kommen, um neue Energien zu tanken, werden nicht enttäuscht: ein gesundes Klima, angenehmes und ausgewogenes Wetter, kräftige und stimulierende Farben. Die Landschaft des Wallis ist ein Eldorado, ein Garten Eden, mit seinen Reben und seinem Wein, Symbol des Lebens und des Paradieses. Wir leben an der Quelle einer uns wohlgesinnten, nährenden Mutter Natur. Wir leben auch am Schmelzpunkt der europäischen Sprachen, die in den Alpen ihre Blüten hervorbrachten.

All das deutet darauf hin: Wir sind ein Land der Ursprünge, das sich deutlich von anderen Regionen abhebt.

4. Ein Land, das sich aus Bergbewohnern südländischen Charakters zusammensetzt

Einer der Experten sagte während der Ausarbeitung des Identitätsporträts folgendes: «Die Landschaft prägt das Wallis und mit ihr die Anpassung der Walliser an diese Landschaft. Umgekehrt passt sich die Landschaft an die Walliser an». Mit anderen Worten: Land und Leute im Wallis leben in einer Osmose. Das ist ein Reichtum von unschätzbarem Wert. Nicht jede europäische Region kann sich auf eine solche Harmonie berufen.

Diese Osmose ruht natürlich in den Walliser Alpen, die uns mit ihrer beeindruckenden Masse und ihrer ursprünglichen Beständigkeit anzuspornen scheinen, über uns selbst hinaus zu wachsen.

Von daher rührt unser Stolz, unsere freiheitsliebenden Charaktere, unabhängig und unbändig; ausdauernd und ernsthaft in der Arbeit. Aber auch unsere lebenslustige und lebenshungrige

Seite, halb Bergler, halb Südländer, mit einem einträchtigen Geist und reinem Herzen, gradlinig und direkt. Wie unsere Berge strebt auch der Walliser nach Höherem…