Schneeschuhwandern im Mondschein

Eine Schneeschuhwanderung bei Vollmond? In der Aletsch Arena wird daraus ein echtes Wintermärchen – mit Walliser Spezialitäten, einem erfahrenen Guide, der die Region kennt wie seine Westentasche, und alten Sagen in einer gemütlichen Berghütte.

Aletsch Arena
Treffpunkt bei der Skischule Riederalp. Gut ausgerüstet mit warmer Kleidung, Skistöcken und festen Winterschuhen treffe ich um 16.30 Uhr am vereinbarten Ort ein, wo bereits einige andere Teilnehmende und vor allem unser Guide Martin warten. Schon bevor er alle mit Schneeschuhen ausstattet, erzählt er einen Witz. Wie wir schnell merken werden, hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Aber auch sehr viel Wissenswertes zur Region zu erzählen. Als langjähriger Bergführer hat er so einige Abenteuer erlebt – und lässt uns immer wieder an Anekdoten aus seinem Leben teilhaben. Doch erstmal heisst es: Schneeschuhe in die Hand und zur Talstation der Gondelbahn gehen. Von hier gehts hinauf zur Moosfluh, wo das erste Highlight auf uns wartet. Der Viewpoint mit unvergleichlichem Blick auf den Grossen Aletschgletscher. Unter einer frischen Schneedecke wirkt der Eisriese noch majestätischer.
Unter einer frischen Schneedecke wirkt der Eisriese noch majestätischer.
Während uns Martin allerlei Wissenswertes zum Aletschgletscher erzählt, dreht die Gondelbahn ihre letzten Runden – und auf einmal ist unsere kleine Wandergruppe allein auf der Moosfluh. Die Stille legt sich allmählich über die schneebedeckte Weite und mir wird bewusst, wie besonders dieser Moment fernab vom Alltag ist. Nachdem alle ihre Schneeschuhe angeschnallt haben, gibt Martin das Zeichen zum Aufbruch.
Die Wanderung kann losgehen. Doch wir nehmen nicht den präparierten Wanderweg entlang der Piste. Dank den Schneeschuhen können wir unserem Guide im Gänsemarsch mitten durch die unberührte Landschaft folgen. Martin führt uns gekonnt über Hügel, an kleinen Arven vorbei, mal links, mal rechts, stetig hinunter in Richtung Riederalp. Mühelos laufen wir auf einer dicken Schicht Neuschnee, die bei jedem Schritt unverkennbar knirscht. Ab und an kreuzen wir die leeren Skipisten, bevor wir uns wieder abseits der ausgestampften Pfade begeben. Je weiter wir gehen, desto mehr nähert sich die Sonne den majestätischen Gipfeln vor uns. Dass sich der Tag langsam dem Ende zuneigt, merke ich auch daran, dass sich die Kälte langsam in meine Glieder schleicht. Deshalb ziehe ich mir bei der nächsten Gelegenheit – Martin erzählt uns einen weiteren Witz – lieber noch eine weitere Schicht an und schon kann es weitergehen.

Aletsch Arena
Als wir erneut eine Piste überqueren, ist die Sonne bereits hinter den Berggipfeln verschwunden. Dunkel ist es jedoch noch nicht, sodass ich die kleine Berghütte schon aus einiger Entfernung ausmachen kann. Das sonnenverbrannte Holz hebt sich markant von der Winterlandschaft ab und lädt zu einer wärmenden Pause ein. Genau das haben wir vor. Martin öffnet die Tür und bittet uns ins gemütliche Innere. Er war bereits am Nachmittag hier, um einzuheizen. Ein grosser Walliser Teller mit Trockenfleisch, Wurst, verschiedenen Käsesorten, Nüssen und Datteln steht bereit. Wir setzen uns um den Holztisch, während Martin die Gaslampen anzündet und den Glühwein zum Kochen bringt. Wir lassen uns nicht zweimal bitten, uns an den feinen Walliser Spezialitäten zu bedienen. Als alle auch noch mit einer dampfenden Tasse bedient sind, positioniert sich Martin am Kopfende des Tisches. Es ist Zeit für Walliser Sagen, die über Generationen hinweg weitererzählt werden.
Jede dieser gruseligen Geschichten leitet Martin mit einer musikalischen Darbietung auf seiner Mundharmonika ein. Die urige Berghütte, die dunkle Nacht draussen und die gesellige Runde ergeben den perfekten Rahmen für diese unterhaltsamen, oft auch lehrreichen Erzählungen. Ich fühle mich in eine Zeit zurückversetzt, in der Geschichten das Abendprogramm füllten – ganz ohne Handy oder TV. Und genau deshalb ist es so schön, diese Tradition des Geschichtenerzählens auch heutzutage wieder aufleben zu lassen.
Als Martin seine letzte Sage zum Besten gegeben hat, räumen wir das Geschirr weg, ziehen uns unsere warmen Pullover und Jacken wieder an und setzen die Stirnlampen auf. Denn obwohl Vollmond ist, versteckt sich dieser hinter einer Wolke, als wir hinaus in die Winternacht treten. Umso eindrücklicher ist es, durch die Dunkelheit zu stapfen, mit nichts als dem Licht der Stirnlampen vor uns. Kurz bevor wir die Riederalp erreichen, zeigt sich der Mond doch noch – in voller Pracht. Ein perfekter Abschluss für einen mystischen Abend.
Quelle: Anja Rüdin, Content Manager bei Valais/Wallis Promotion
Publiziert: Februar 2026
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