Erste Versuche im Langlauf – Herausforderung oder Kinderspiel?

Zwei Langläufer auf einer Loipe in der winterlichen Landschaft von Champex-Lac

Ein Wintermorgen, unberührte Landschaften und gute Laune in Champex-Lac. Ich dachte, ich könnte Skifahren – bis ich herausfand, dass Langlaufen eine Kunst für sich ist. Umgeben von verschneiten Wäldern habe ich auf dem gefrorenen See bei diesem ersten Versuch an meinem Gleichgewicht, meiner Bescheidenheit und der Kunst des eleganten Fallens gearbeitet. Eine nordische Erfahrung zwischen sportlicher Herausforderung und Poesie, bestimmt vom Rhythmus der Bewegung, der Ruhe der Natur und sieben unvergesslichen Momenten im Schnee.

Zwei Langläufer auf einer Loipe in der winterlichen Landschaft von Champex-Lac

Mittwoch, 14. Januar 2026

Punkt 9 Uhr. Champex-Lac erwacht langsam unter einer dünnen Schicht Neuschnee, während ich mich bereit mache, eine neue Sportart zu entdecken. Eine Sportart, von der ich dachte, dass ich sie bereits ziemlich gut beherrsche. Der erste wichtige Schritt: die richtige Ausrüstung. Auf gehts zu Look Sport, nur wenige Minuten vom See entfernt. Drinnen erwarten mich eine herzliche Atmosphäre, freundliche Gesichter und Effizienz. Der Verkäufer ist ebenso nett wie fachkundig: Schuhe, Skier, Stöcke – ich erhalte die komplette Ausrüstung und dazu noch ein paar Erklärungen sowie hilfreiche Tipps. Zu diesem Zeitpunkt bin ich noch zuversichtlich. Denn ich habe jahrelange Erfahrung im alpinen Skifahren und Skitourengehen. Spoiler: Diese Zuversicht wird nicht lange anhalten.

Ein paar Minuten später treffe ich beim Parkplatz Le Revers ein, der sich direkt am Startpunkt der Langlaufloipen befindet. Dort lerne ich Eole kennen, meine Lehrerin für heute. Lächelnd, entspannt und ganz in ihrem Element in dieser weissen Winterwelt erklärt sie mir die Grundlagen, bevor ich mich in das Abenteuer stürze – oder besser gesagt, meine ersten Schritte wage. Mit ihrer Hilfe schnalle ich meine Schuhe in die Langlaufski, ziehe die Schlaufen meiner Stöcke über die Hände und gehe los. Wir starten mit dem klassischen Stil. Dabei bleiben die Ski in den präparierten Spuren, was ideal für Beginnende ist. Das schnellere und konditionsintensivere Skating kann noch warten. Die ersten Meter verlaufen durch ein wunderschönes, bereits von der Sonne verwöhntes Wäldchen. Es ist friedlich, fast magisch … bis zur ersten Kurve. Und meinem ersten Sturz. Grosses Gelächter ertönt. Die Langlaufski, die schmaler und dicker sind als diejenigen, die ich mir gewöhnt bin, erinnern mich schnell daran, wie wichtig Bescheidenheit ist.

Langlaufloipe im Wald

Champex-Lac

Wieder aufstehen und weiterlernen. Inmitten der verschneiten Tannen folgen die Übungen Schlag auf Schlag: das Gleichgewicht auf flachem Untergrund finden, beschleunigen, wenn es das Gelände zulässt, in den Abfahrten bremsen lernen, indem ich einen Ski aus der Spur nehme und so einen nordischen Schneepflug mache. Die Runden mehren sich, ebenso wie die Stürze. Aber nach und nach werden die Bewegungen fliessender. Natürlich bin ich noch weit von der Eleganz von Eole entfernt, aber ich beginne, dieses berühmte Gleiten zu spüren. Wir haben das Glück, die Piste in dieser stillen und schneebedeckten Kulisse fast für uns allein zu haben.

Wir haben das Glück, die Piste in dieser stillen und schneebedeckten Kulisse fast für uns allein zu haben.
Stéphanie Imobersteg

Gegen 11 Uhr wechseln wir in eine neue Szenerie: Wir begeben uns auf die Rundstrecke auf dem zugefrorenen See, die vollständig in Sonnenlicht getaucht und gut besucht ist. Um diese zu erreichen, muss ich erst einen kleinen Hang meistern. Eole rät mir, ihn seitlich in kleinen Schritten hinunterzugehen. Ein wertvoller Tipp. Auf dem See angelangt, warten einige technische Übungen: Abschnitte ohne Stöcke, um zu lernen, die Beine richtig einzusetzen. Dann umgekehrt, nur mit den Armen abstossen. Nach einigen weiteren Stürzen – mittlerweile habe ich aufgehört zu zählen – starten wir auf die komplette See-Runde. Erfahrene Langlaufende gleiten hier schnell und elegant an uns vorbei. Alle sind freundlich und aufmerksam. Ich geniesse es sehr, diese für den Langlauf typische Geselligkeit zu erleben.

Gegen Mittag ist meine Technik, nun ja, fast perfekt. Zeit, sich von Eole zu verabschieden, Skier und Schuhe auszuziehen und sich mit einem Mittagessen zu belohnen. Ich gehe mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Denn ich habe eine Aktivität entdeckt, die ebenso unterhaltsam wie sportlich ist und dabei wunderschöne Aussicht, gute Laune und unvergleichliches Gleiten verbindet. Nach drei Stunden Einführung und insgesamt sieben Stürzen fühle ich mich fast bereit für den Langlauf-Weltcup im Goms … oder auch nicht. Ein grosses Dankeschön an Eole für ihre Geduld, Herzlichkeit und Know-how. Eine Lehrperson zu haben, macht den Unterschied: Sie geben Sicherheit, vermitteln die richtigen Grundlagen und haben immer ein Lächeln im Gesicht. Eine Frage bleibt am Ende des Tages: Wann kann ich das nächste Mal auf die Loipen?

Quelle: Stéphanie Imobersteg, Content Manager bei Valais/Wallis Promotion

Publiziert: Januar 2026

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