Traditionen und Bräuche

Das Wallis ist kein künstlich geschaffener Freizeitpark. Vielmehr ist es die Heimat von Menschen, die das Gebiet zwischen Norden und Süden bis heute aktiv mit ihren Traditionen und Brauchtümern prägen. So ist z.B. der Ringkuhkampf in jüngster Zeit zum Inbegriff des Echten und Typischen im Wallis geworden. Aber es gibt auch zahlreiche Bräuche, die aus dem Bereich des Sakralen kommen und in den letzten Jahren eine Aufwertung als lokales oder regionales Kulturgut erfahren haben so z.B. die Fronleichnamsprozession mit den Herrgottsgrenadieren, welche an zahlreichen Orten im Wallis stattfindet. Hervorzuheben ist sicherlich auch die Fasnachtszeit, obwohl sich von der Vielfalt der früheren Fasnacht nur wenige Figuren in die Gegenwart retten konnten; so etwa die Empaillés und Pelluches in Evolène oder die Tschäggättä im Lötschental. Die festlichen Höhepunkte im Jahreslauf sind das eine. Ebenso stark prägen den Walliser Brauchkalender aber all jene lokalen und regionalen Anlässe, die von Mai bis Oktober im Rhythmus der Wochenenden über die Bühne gehen: Musikfeste, Alpfeste, Dorffeste und auch Folkoreanlässe. Als Symbol der Einzigartigkeit tritt dabei oftmals die Walliser Tracht in Erscheinung. Tracht bedeutet eigentlich: Das Kleid, das man trägt. Man unterscheidet bei den Frauen und Männern zwischen einer Werktags- und einer Sonntagstracht. Auch die Tambouren und Pfeifer tragen eine ganz besondere Note zum Walliser Festwesen bei. Viele Männer lernten in ihrer Söldnerzeit diese Instrumente zu spielen und als sie in die Heimat zurückkehrten, lag ihnen viel daran, die Trommel- und Pfeifenmusik weiter zu pflegen und zu fördern. So gibt es heute rund 2000 aktive Musiker in den verschiedenen Vereinen. Den kulinarischen Abschluss bilden dann die Märkte, Alpabzüge und Feste im Herbst. Diese bieten einen einmaligen Rahmen, um die landwirtschaftlichen Produkte wie Wein, Käse, Kastanien etc. zu degustieren und zu geniessen.