«Ruhe ist der wahre Luxus», sind Art Furrer und Snowboard-Olympiasiegerin Patrizia Kummer überzeugt. Die Aletsch Arena ist für sie deshalb der Ort, wo sie Kraft tanken.

Art Furrer beobachtet Seltsames, nachts, wenn er auf seine Hotels auf der Riederalp schaut: In den Zimmern der asiatischen Gäste brennt bis weit nach Mitternacht Licht. Zuerst denkt er nur an die Stromrechnung, doch dann will er genauer wissen, warum sie nicht ins Bett gehen und offenbar so gar nicht müde sind. Und er entdeckt, dass die Gäste aus China, Japan, Südkorea oder Hongkong gar nicht im Zimmer sind, sondern auf dem Balkon stehen und in den Nachthimmel schauen. «Die Sterne sind es, die sie andächtig betrachten. Den klaren Himmel, das Leuchten und Glitzern, das alles kennen sie nicht in ihren Städten voller Smog.»

Der Hotelier und legendäre Skiakrobat kann sie gut verstehen, die Touristen. Auch er war mal weit weg von der Heimat, machte als junger Mann sein Glück in den USA und wurde bei seiner Rückkehr auf die Riederalp zum Hotelier und zum leidenschaftlichsten Botschafter, den sich eine Feriendestination nur wünschen kann. Winters ist er täglich auf den Ski, sommers am Wandern. Er kennt die Aletsch Arena wie seine Westentasche. Und auch die Menschen, die hier leben und verkehren. Deshalb kennt er auch Patrizia Kummer bereits von Kindesbeinen an. Die dreifache Snowboard-Weltcup-Gesamtsiegerin und Olympiasiegerin im Parallel-Riesenslalom verbringt viel Zeit auf der Riederalp: Hier wohnt ihre Grossmutter, und ihre Tante wirtet im «Buffet» an der Bahnstation Mitte. «Wir sind eine sehr sportliche Familie, und sonntags fuhren wir jeweils auf die Fiescheralp zum Skifahren und Snowboarden und kamen hier auf der Riederalp zum Mittagessen bei meiner Grossmutter. » Auch an diesem Sonntag ist sie hier, will noch ihre Tante besuchen. Auch Patrizia Kummer träumte von der grossen, weiten Welt und hatte als Jugendliche nur einen Wunsch: die Welt entdecken. Das konnte die 28-Jährige dank ihrer Snowboardkarriere mehr als viele andere. Wann immer sie Zeit hat, kehrt sie aber in «ihr» Wallis zurück. Auch während der Rennsaison schaut sie, mindestens einen Tag pro Woche zu Hause verbringen zu können. «Die Aletsch Arena ist mein Kraftort. Hier tanke ich auf.»

Alles ist in der Region der Aletsch Arena einfach stärker, intensiver und auch menschlicher.

Auch Art Furrer spricht von Kraftort, wenn er von seiner Heimat spricht. «Man kann es spüren», ist er überzeugt. Die Aletsch Arena mit Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp sowie Mörel, Betten, Fiesch, Fieschertal und Lax hat untersuchen lassen, warum diese Bergregion hoch über dem Aletschgletscher derartige Kraft verströmt, und herausgefunden, dass sich hier regelrechte Kraftorte befinden. Kein Wunder: Der Grosse Aletschgletscher ist ein Anblick von archaischer Schönheit. Hoch oben, auf den Aussichtspunkten Moosfluh, Bettmerhorn und Eggishorn, wird einem die Grösse und Einzigartigkeit des Grossen Aletschgletschers am eindrücklichsten bewusst. Der Faszination des riesigen Eisstroms, der sich über eine Länge von 23 Kilometern von seinem Einzugsgebiet in der Jungfrauregion auf rund 4000 Höhenmetern hinunterzieht bis zur rund 2500 Meter tiefer gelegenen Massaschlucht, kann sich niemand entziehen. 2001 wurde die Hochgebirgslandschaft denn auch in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Art Furrer weiss, dass nicht alle an Dinge wie Kraftorte glauben. «Aber es ist bekannt, dass die Erdstrahlung nicht überall gleich stark ist, das bestreitet niemand. Und hier ist einfach alles stärker, intensiver und auch menschlicher. Ist jemand in den Bergen unterwegs und bleibt stehen, weil ihm nicht gut ist, kommt sofort ein Wanderer oder Skifahrer zu Hilfe. Das passiert einem an einer Bahnhofstrasse in irgendeiner Schweizer Stadt nicht.» 

Die autofreien Alpen seien im Winter der ideale Ort für eine kurze Auszeit oder Ferien. Das bestätigt auch Patrizia Kummer: Sie erhole sich hier viel schneller als irgendwo sonst. Zudem: «Die Skipiste beginnt gleich vor dem Hotel», fügt Furrer an. «Alles ist hier nah und vor allem auch für Familien ideal.» Patrizia Kummer lobt die reine Luft und die Aussicht. «Seit ich in Städten gewesen bin, die unter Smog leiden, schätze ich die Luft hier oben erst recht» sagt sie. Und auch die Schneesicherheit: Die 104 Kilometer Pisten liegen zwischen 1845 und 2869 Höhenmetern, was von Dezember bis April perfekte Bedingungen garantiert. Wer Ruhe sucht, findet sie auf den Winterwanderungen. 86 Kilometer präparierte Winterwanderwege mit Panoramablick auf die Viertausender des Wallis und den Aletschgletscher stehen zur Verfügung. «Ruhe ist der neue Luxus», sagt Art Furrer. Natur, Bergpanorama und Spiritualität seien das, was die gestressten Menschen brauchten. «Und hier oben, auf diesem Sonnenplateau, können wir all das bieten.» 

 

Nächste Geschichte

Ort der Reflexion

Jetzt lesen